Mobilfunkmast Mosborn steht: Flörsbachtal schließt einen weißen Fleck
Neuer 55-Meter-Mast bringt mehr Sicherheit, bessere Erreichbarkeit und digitale Teilhabe in den Ortsteil Mosborn
Ein wichtiger Meilenstein für die digitale Zukunft des Spessarts: Am 13. Oktober wurde im Flörsbachtaler Ortsteil Mosborn – kurz vor der Einmündung der K 889 (Erkelchaussee) – der neue Mobilfunkmast aufgestellt. Das beauftragte Unternehmen hob die Konstruktion mit einem 180-Tonnen-Schwerlastkran auf das zuvor betonierte Fundament. Der Mast erreicht eine Gesamthöhe von 55 Metern und verfügt über zwei Plattformen, die Platz für bis zu vier Mobilfunkbetreiber bietet.
Bislang gab es in Mosborn keine Mobilfunkversorgung. Eine Analyse von Bund und Land Hessen zu sogenannten weißen Flecken hatte gezeigt, dass der Main-Kinzig-Kreis im hessenweiten Vergleich Nachholbedarf hat. Zwar sind die Mobilfunkanbieter verpflichtet, bestimmte Bereiche wie etwa Landesstraßen zu versorgen, doch gerade in ländlich geprägten Ortsteilen wie Mosborn blieben Lücken. Mit dem neuen Standort wird eine dieser Lücken nun gezielt geschlossen.
Davon profitieren die Bürgerinnen und Bürger ganz unmittelbar: Telefonieren und mobiles Surfen werden im Ort und seiner Umgebung künftig zuverlässig möglich. Familien bleiben besser in Kontakt, Homeoffice und digitales Lernen werden einfacher, und auch Online-Dienste von Banken, Behörden oder Ärzten lassen sich unterwegs nutzen. Für Handwerksbetriebe, Land- und Forstwirtschaft sowie Gastronomie und Tourismus bedeutet eine stabile Verbindung einen echten Standortvorteil – und für Wanderer, Radfahrer und Gäste im Spessart ein gutes Stück mehr Komfort.
Vor allem aber bringt der Mast ein deutliches Plus an Sicherheit. Ein Notruf unter 112 lässt sich nur absetzen, wenn ein Netz verfügbar ist – im Ernstfall können dabei Minuten über Leib und Leben entscheiden. Auch Warnungen bei Unwettern, Hochwasser oder anderen Gefahrenlagen, etwa über Cell Broadcast oder Warn-Apps wie NINA und KATWARN, erreichen die Menschen nur mit einer gesicherten Mobilfunkversorgung. Rettungsdienste, Feuerwehr und Pflegedienste profitieren ebenso von der verlässlichen Erreichbarkeit.
Da die Plattform bis zu vier Betreiber aufnehmen kann, ist der Standort zudem zukunftssicher ausgelegt: Mehrere Anbieter können denselben Mast nutzen, sodass Kundinnen und Kunden unterschiedlicher Netze profitieren und keine zusätzlichen Masten in der Landschaft nötig werden.
Möglich wird das Projekt durch das Mobilfunkförderprogramm des Landes Hessen, das den Bau neuer Mobilfunkmasten zu 100 Prozent fördert. Mit der Umsetzung haben der Kreis und die Kommunen die Breitband Main-Kinzig GmbH beauftragt, die solche Projekte unter Einsatz der Fördermittel plant und realisiert. Mosborn zeigt beispielhaft, wie Land, Kreis und Kommune gemeinsam daran arbeiten, gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu schaffen.
Bis zur Inbetriebnahme der Funktechnik müssen noch weitere Vorbereitungen, wie Strom- und Glasfaseranschluss sowie die Installation der Antennen erfolgen. Voraussichtlich kann der Betrieb durch die Netzbetreiber im Frühjahr 2027 starten.